Ein kompetentes Paar:  Anita Wehrli und  Ruedi Hintermeister

Bei allerschönstem Spätsommerwetter haben sich um die 20 interessierte Wintirangers bei der Islerhütte eingefunden. Dort erwarteten uns bereits Anita und Ruedi vom „Verein für Pilzkunde Winterthur“. Dieser Verein wurde 1920, also vor knapp 100 Jahren, gegründet. Über viele Jahre war Anita Wehrli diesem Verein als Präsidentin vorgestanden. Ihre sagenhaften Pilzkenntnisse sollten wir dann nach dem Mittagessen noch kennenlernen.

Nach einer kurzen Einführung ins Tagesprogramm sind wir mit Pilzkenner Ruedi Hintermeister, nördlich der Schneisenstrasse, in den Wald verschwunden. Anfänglich noch brav hinter dem Fachmann herlaufend, dann immer breiter im Wald verteilt in Richtung Eschenbergturm, marschiert. Da und dort wurde Ruedi herbei gerufen, um ihm einen Pilz zu zeigen. Meistens empfahl er uns den Pilz aus dem Boden zu drehen, wohlwissend, dass dieses Exemplar nicht für den Verzehr geeignet ist, aber für den „Unterricht“ doch seinen Platz haben würde. In den gut 2 Stunden der Pilzsuche kamen die Wintirangers teilweise mit prall gefüllten Körben und Taschen (Papier oder Stoff) wieder zur Islerhütte zurück. Diejenigen, die sich um Ruedi geschart hatten und ihn auch auf der Südseite der Schneisenstrasse nicht aus den Augen liessen, profitierten schon von seinem Kennerblick. Er kam an Stellen mit schönen Riesenschirmlingen (Parasol) und einem Prachtsexemplar eines Steinpilzes vorbei. Bei der Hütte erwartete uns Anita Wehrli, sicher schon gespannt, was die Wintirangers so alles an Pilzen gefunden hatten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dani entlädt ihren prall gefüllten Korb

Trotz starken Rückenbeschwerden, sortierte Anita Pilz um Pilz, drapierte sie gekonnt auf Bänken und Steinquadern.

Das Grillfeuer brannte auch schon, bereit für die feinen Cognac-Steaks. Diese wurden vom Chef Gregor Fiechter perfekt gebrutzelt. Die feinen Salate waren schnell auf den Tellern platziert und die Salatschüsseln ebenso rasch geleert. Wenn wir es nun künftig noch schaffen, dass jeder Wintiranger, oder Wintirangerin ihre Trinkbecher und Bestecke selber mitbringen, hätten wir auch wieder etwas für die Umwelt getan. Ich wurde von Ursula darauf hingewiesen und ich bin da voll einverstanden mit ihr. Selbst ein Dessertbüffet konnte aufgebaut werden, Süssmostcrème, Prussiens, Madeleines, Basler Leckeli, Russenzopf, Sablées usw. wurde von den Rangers mitgebracht. Karl’s Nesskafi „Gold“ stand da nicht hinten an, im Gegenteil.

Während der ganzen Mittagszeit hat sich Anita die Mühe gemacht und alle gefundenen Pilze in Gruppen zusammengefasst und in ein Notizbuch eingetragen. Am Nachmittag war es wieder sie, die in den 2 1/2 Unterrichtsstunden, die einzelnen Pilze den Gruppen zuordnete. Ruedi musste Vollgas geben, um all die Pilze im Buch der richtigen Gruppe zuzuordnen. Wegen der warmen Temperaturen und des strahlenden Sonnenscheins haben wir unser „Klassenzimmer“ immer wieder gezügelt und neu aufbauen müssen. Schön wenn man/frau solche Probleme hat…

 

 

 

Ich versuche nun einmal die essbaren Pilze aufzuzählen, die in meinen alternden Hirnwindungen hängen geblieben sind. Die ersten essbaren Pilze, denen wir begegnet sind waren aus der Gruppe der Milchlinge, die Lachs-Reizker und Fichtenreizker. Die Birnen und Flaschenboviste waren sehr häufig zu finden, aber dieser Pilz muss noch fest sein, sonst ist er nicht zum Essen geeignet. Neben den beiden schönen Steinpilzen wurden auch einige Maronenröhrlinge gefunden. Goldröhrlinge, Anis und Waldchamignon. Essbar waren auch der Halimasch, aber dieser Pilz muss vor der eigentlichen Zubereitung abgekocht werden. Der Parasol, ein guter Speisepilz, wurde am häufigsten gesammelt und dann daheim flugs als Schnitzeli gebraten, nature oder paniert.

Frauentäublinge wurden auch gefunden und sehr viele Habichtpilze. Letztere eignen sich bestens zum Trocknen und Pilzpulver machen. Zur gleichen Kategorie der Stachlinge gehörte auch ein Semmelstoppelpilz. Ja und jetzt wäre für weitere Aufzählungen die Danièle gefragt, sie ist bei uns Wintirangers vermutlich die beste Pilzkennerin…

… und hier kommen, wie von Geisterhand, tatsächlich die gewünschten Ergänzungen von Danièle Gubler:

Daniéle vorne links und Marc (OK) rechts

Was leider nicht gefunden wurde, sind die wichtigsten Giftpilze. Diese sollte man gut kennen, damit sie nicht irrtümlich in der Pfanne landen. Es fehlten hier vor allem die Knollenblätterpilze. Aber momentan sehr häufig im Wald sind die grünblättrigen Schwefelköpfe die giftig sind und oft verwechselt werden mit den essbaren Stockschwämmchen. Es wurden auch mehrere Röhrlinge gefunden, z. B. der als nicht essbar geltende Netzstielige Hexenröhrling. Er lässt sich vom essbaren Flockenstieligen Hexenröhrling durch den roten Röhrenboden unterscheiden. Aber auch Maronen (essbar) und mehrere Birkenröhrlinge (essbar) wurden gefunden. Wir fanden auch viele verschiedene Haarschleierlinge, davon sind aber nur die wenigsten essbar. Der einzige Essbare in unserer Sammlung war der semmelgelbe Schleimkopf. Von der Gattung der Wulstlinge waren wunderschöne Fliegenpilze und Pantherpilze vertreten, beide nicht essbar. Hingegen ist der Perlpilz (rötendes Fleisch) dieser Kategorie essbar.

Bei den Ritterlingen die wir gefunden haben, gibt es so lustige Namen wie der unverschämte Ritterling oder der lästige Ritterling (alle nicht essbar).

 Wichtig ist, dass man sich nicht auf eine App oder die Pilzbücher verlässt, sondern die Pilzkontrolle aufsucht, um sicher zu sein, dass der Pilz essbar ist!

Impressionen…

 

    

Written by Max Schumacher

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